Großer Erfolg für das neue Projekt “Advanced Education Project for Iraqi students coming to Germany”


Nach intensiven Gesprächen des 1. Vorsitzenden Karl-Walter Keppler und der Projektleiterin
Gudrun Euler mit verschiedenen Musikhochschulen wurde zum SS 2016 an der Hochschule
für Musik und Theater in Hamburg (HfMT) und an der Hochschule der Künste Essen ein 1-
jähriges Gasthörer- und Kontakt-Studium zur Vorbereitung auf die Aufnahmeprüfung an
einer deutschen Musikhochschule gestartet. Weitere Hochschulen planen das Konzept zu
übernehmen. Dieses Angebot wird begabten irakischen und syrischen Musiker/innen
angeboten und ist für die Teilnehmer des Projektes “Advanced Education Project“ des
deutschen Fördervereins für das Nationale Irakische Jugendorchester-JOI e.V. eine
hervorragende Möglichkeit, deutsche Musikhochschulen kennenzulernen und auf eine
Aufnahmeprüfung vorbereitet zu werden. Endlich einmal ohne Angst und Schrecken vor
Kriegen und Unruhen und ohne Aufforderung, in den Krieg ziehen zu müssen Musik machen
zu können, ist für viele ein Traum – und diesen Traum möchten wir helfen wahr werden zu
lassen!

 
Die Voraussetzungen für einen Studienaufenthalt in Deutschland sind nicht einfach: Um ein
Studentenvisum bei der Deutschen Botschaft in Bagdad oder beim Konsulat in Erbil zu
bekommen, müssen Deutsch-Sprachkurs-Zertifikate auf A1-Level nachgewiesen werden. Für
ein Vollstudium ist dann ein Zertifikat auf C1-Niveau notwendig. Außerdem muss eine dem
Bafög-Satz entsprechende Summe für das erste Jahr auf ein Sperrkonto in Deutschland
eingezahlt werden (derzeit 8.040€ p.a.), was bei der derzeitigen wirtschaftlichen Situation im
Irak und auch in Syrien nicht einfach zu finanzieren ist. Über den deutschen Förderverein
werden nicht nur Sponsorengelder akquiriert, es wird auch viel Unterstützung bei den
erforderlichen Behördengängen sowie der Kontakt zu Professoren und Dozenten organisiert,
und es werden Gastfamilien für den Start in Deutschland gesucht. Die weiteren Deutsch-
Sprachkurse bis zum erforderlichen C1-Level werden in Kooperation mit dem Goethe-Institut
durchgeführt. Die jungen Musiker/innen sollen sich in Deutschland wohlfühlen, damit sie die
Sprache lernen und vor allem ihre Fähigkeiten durch ein Studium ausbauen können und später
diese neu gewonnenen Qualifikationen in ihrer Heimat an Kinder und Jugendliche
weitergeben können.

 
Da auch Mitglieder des National Youth Orchestra of Iraq (NYOI) und Teilnehmer der
„Master Classes for Musicians in Iraq“ aus dem Irak nach Deutschland geflüchtet sind, wird
selbstverständlich auch ihnen der Weg zu einem Studienplatz oder einem Arbeitsplatz
geebnet. Der „legale“ Weg ermöglicht einen unmittelbaren Studienbeginn, so dass die jungen
Iraker nicht weitere Lebenszeit mit dem Warten auf Anerkennung als Flüchtling verlieren.
Saad, einer der Konzertmeister des NYOI beim Beethovenfest 2011, wartet mit seiner Familie
in Dortmund nun bereits seit mehreren Monaten auf die Anerkennung als Flüchtling und wird
regelmäßig auch vom Verein betreut. Wir hoffen, dass sein Warten bald ein Ende hat!

Saman, unser Dolmetscher beim NYOI und bei den Master Classes, lernt sehr intensiv Deutsch und
wird kurzfristig für sein weiteres Medizin-Studium und für seine Facharzt-Ausbildung nach
Deutschland kommen. Auch für ihn gibt es regelmäßige Hilfe für seine Behördengänge etc.
Bewundernswert ist, wie schnell er Deutsch gelernt hat und nach nur 4 Monaten direkt das
A2-Zrtifikat mit großem Erfolg bestanden hat. Jetzt nutzt er die Wartezeit auf sein Visum für
sein weiteres Deutsch-Studium.

 
Durch das Netzwerk der Projektleiterin Gudrun Euler, die selbst als Dozentin an der HfMT
Hamburg tätig ist, zu Professoren und Dozenten an verschiedenen Musikhochschulen und
Musikschulen, gibt es weitere Plätze für interessierte Studentinnen und Studenten. Sobald sie
ihr A1-Zertifikat bestanden haben, steht ihnen der Weg offen – und der Förderverein ebnet
ihnen den Weg zu mehr Qualifikation durch einen Studienaufenthalt in Deutschland.
Sponsoren- und Drittmittel-Akquise, Akquise von Hospitationsplätzen und
Teilnahmemöglichkeiten an Meisterkursen etc. sind weitere Ziele des Fördervereins für den
Ausbau des Projektes. Die Bereitschaft der angesprochenen Professoren und Dozenten, das
Projekt zu unterstützen, ist überwältigend. Das freut uns sehr! Aber wir benötigen Ihre Hilfe
dafür!

 
Falls Sie unsere Projekte unterstützen und uns helfen möchten, jungen Musiker/innen – egal
ob sie als Flüchtlinge oder über ein Studentenvisum nach Deutschland kommen – eine
zusätzliche Qualifikation zu ermöglichen und ihren Traum in Frieden studieren zu können
wahr werden zu lassen, bitten wir um Kontaktaufnahme und um eine Spende auf das Konto
des deutschen Fördervereins. Auch Instrumenten-Spenden sind willkommen, denn die im Irak
vorhandenen Instrumente sind meistens in einem kaum spielbaren Zustand. Wir freuen uns
über jede Hilfe von Ihnen für unsere Arbeit für die jungen Musikerinnen und Musiker!

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